Atelierkonzert »Fragmente–Konstellationen II«
+ Malerei von Bignia Corradini


Musik und Malerei brauchen einander nicht zwingend. Aber bei manch einem klingt es in den Ohren, während er mit den Augen durch ein Gemälde wandert und verschiedenartige Farbelemente sieht. Im Hören von Musik sehen andere vor ihrem inneren Auge Farben oder Bewegungen im Raum, sich selbst oder Stücke von Welt.

Ich habe dieses Atelierkonzert von Leslie Leon und Laura Gallati schon einmal gehört und Werke ausgesucht, die sich anbieten, um wechselseitige Bezüge zwischen Musik und Malerei entdecken zu können.

Können wir im Sehen und Zuhören unsere Sinne schärfen für das Hören und Sehen? Beeinflusst die Wahrnehmung der einen Kunst, wie wir die andere erleben? Was lässt sich gegenüberstellen? Das können visuell und akustisch einzelne Partikel oder Splitter sein, aber auch rhythmische Abfolgen, Dynamiken, Passagen. So wie man bei den Liedern manchmal mehr auf die Stimme hört und der Gesamtklang transparent wird, so treten auch in den Bildern Geflechte und Bewegungen mal deutlicher hervor oder ziehen sich wieder zurück in die Gleichzeitigkeit der Farbelemente. Scharfkantig setzen sich einzelne Flächen in den allmählichen und den unvermuteten Übergängen voneinander ab. Ebenso nehmen wir im Konzert nicht nur die einzelnen Stücke wahr, sondern achten auch auf die Art der vielfältigen Übergänge zwischen den Liedern von Franz Schubert und zwischen Schuberts romantischen und Meierhans´ zeitgenössischen Werken.

Bignia Corradini


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